Kostenloses Depotkonto eröffnen – so geht es!

By | 27. Mai 2015

Im ersten Moment erscheint der Hinweis auf das kostenlose Depotkonto irritierend, schließlich bieten fast alle Banken ein kostenloses Verrechnungskonto zusammen mit dem hauseigenen Wertpapierdepot an. Das ist soweit richtig, weist aber exakt auf die missverständliche Formulierung hin, denn: der Begriff Depotkonto meint das Wertpapierdepot selbst und nicht das zugehörige Verrechnungskonto. Bei „Wertpapierdepotkonto“ handelt es sich also um einen Fachbegriff, der bei Banken und Versicherungen im Gebrauch ist und die Funktion des Wertpapierdepots beschreibt. Hier werden, analog zu Giro- oder Sparkonto, Soll- und Haben-Buchungen geführt. Im Unterschied zu alltäglichen Geldgeschäften handelt es sich bei diesen Buchungen um Wertpapiere, deren Ein- oder Ausbuchung auf eben diesem Depot-Konto vorgenommen werden.

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Wie können Sie ein kostenloses Depotkonto richtig eröffnen? Wir haben Ihnen alle wichtigen Informationen zu diesem Thema in unserem Ratgeber Kostenloses Depotkonto eröffnen – so geht es! zusammengestellt.

Das sollte Ihr Wertpapierdepotkonto können

FAQsDie folgende Aussage ist rein subjektiv, wird aber wie ich vermute, überwiegend auch bei Ihnen zutreffen: mit einem Wertpapierdepot ist es ein bisschen wie mit einem Auto, es soll möglichst schnell sein, über viele Extras verfügen und dabei ebenso günstig in der Anschaffung wie sparsam im Verbrauch. Nicht, dass wir jemals die volle KW-Leistung abrufen wollten oder das Lenkrad aus der Hand geben würden um einen Computer einparken zu lassen – aber das sichere Wissen, dass man es könnte, macht hier den Unterschied. Schauen wir deshalb kurz auf die Funktionen, die dem Standard-Depotkonto entsprechen. Zum Beispiel wie in unseren CapTrader Erfahrungen vorgestellt.

Das Standard Wertpapierdepotkonto umfasst

  • Depotübersicht online
  • Jahressteuerbescheinigung, Erträgnisaufstellung
  • Regelmäßige, d.h. monatliche oder quartalsweise Depotkontoauszüge
  • Verrechnungskonto
  • Wertpapierorder an einer Deutschen Börse (Ankauf, Verkauf)

Diese Funktionen sind absolut ausreichend um Aktien oder andere Wertpapiere zu erwerben und nach einer selbst zu bestimmenden Haltedauer wieder zu veräußern – um bei dem Gedankenmodell das Autos zu bleiben: Es handelt sich hierbei um das Basismodell, ohne Extras.

Basismodelle sind gut, aber auch aus gutem Grund keine Verkaufsschlager – etwas Wichtiges fehlt einfach immer. Was für Sie wichtig ist, müssen Sie festlegen. Dazu ist es sinnvoll vorab die eigenen Ansprüche möglichst genau zu formulieren, damit Ihr zukünftiges Depotkonto mindestens den Komfort bietet, den Sie benötigen. Um hier einen ersten Überblick zu geben, haben wir nachfolgend eine Auflistung der Extras, die von verschiedenen Onlinebrokern zur Auswahl angeboten werden, zusammengestellt. Diese Liste können Sie als Vorlage nutzen, die für Sie selbst unwichtigen Extras streichen – und die verbleibenden Punkte für einen Depotkonto Vergleich nutzen.

Das Standard Wertpapierdepot umfasst relativ viele Punkte

Das Standard Wertpapierdepot umfasst relativ viele Punkte

Das sind typische Extras für Wertpapierdepotkonten

  • Außerbörslicher Handel (z.B. Lang & Schwarz, Tradegate, CATS)
  • Effektenkredit (Lombardkredit)
  • Fremdwährungskonten (z.B. in GBP, JPY, USD, CHF)
  • Handel an der EUREX (European Exchange) mit Futures und Optionen
  • Handelssoftware (z.B. TWS, Interactivebrokers)
  • Kostenlose Kreditkarte
  • Kostenloses Girokonto
  • Realtimekurse
  • Sekundenhandel
  • Webinare & Schulungen

So sicher sind Ihre Wertpapiere verwahrt

RegulierungDie Auswahlmöglichkeiten eines Wertpapierdepots sind wichtig, die Sicherheit des dort angelegten Vermögens, nicht minder. Vielleicht ist es Ihnen bereits aufgefallen, vielleicht haben Sie es bisher auch nicht vermisst und stellen es erst jetzt fest: kein Depotvergleich weist auf die Einlagensicherung der jeweiligen Banken hin. Der Grund ist – es spielt (fast) keine Rolle.

Aktien, Anleihen, Optionsscheine aber auch Investmentfonds, Zertifikate und alle anderen handelbaren Wertpapiere werden in einem Wertpapierdepotkonto in Ihrem Auftrag verwahrt. D.h. die Bank oder Sparkasse tritt hier ausschließlich als Treuhänder auf und nicht als Eigentümer. Verliert eine Bank aus welchen Gründen auch immer ihre Selbstständigkeit oder muss im Zuge einer Insolvenz schließen, sind Ihre Wertpapiere von der Insolvenzmasse ausgenommen, gehören als nicht der Bank sondern immer noch Ihnen.

Anders verhält es sich mit Sichtguthaben auf Giro-, Verrechnungs- oder Tagesgeldkonto. Diese sind dem Vermögen der Bank zuzurechnen und im Insolvenzfall zunächst gesperrt. Damit Anlegern im Fall einer Bankeninsolvenz kein Schaden entsteht, sichert der Einlagensicherungsfonds des jeweiligen Verbandes die Sichtguthaben der Anleger bis zur Haftungsgrenze ab. Gesetzlich ist eine Haftungsgrenze (Einlagensicherung) von 100.000 Euro vorgesehen. Verschiedene private Banken, Sparkassen und Genossenschaftsbanken (Volks-, Raiffeisen- und VR-Banken) gewähren jeweils innerhalb ihres Verbundes eigene, für den Bankkunden teils deutlich höhere Einlagensicherungen.

Der Verlust durch „Bankenpleite“ ist also denkbar gering. Das darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Risiko eines Anlageverlustes immer besteht. Die falsche Wertpapier-Auswahl, ein schlechter Zeitpunkt, der plötzliche Ausfall eines Emittenten – diese und viele andere Gründe können zumindest vorübergehend zu einem Kursverlust führen, der das eigene Vermögen schmälert. Extras wie die oben genannten Webinare oder klassische Vor-Ort-Schulungen können also durchaus einen messbaren Vorteil bieten.

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Depotkonto Angebote richtig vergleichen

VergleichWenn die Einlagensicherung nicht zu den entscheidenden Kriterien der Depotkontoauswahl gehört, was dann?

Beginnen Sie bei den Grundkosten, denn unabhängig davon welche Serviceleistungen und ggf. Extras Sie nutzen werden, entstehen dennoch Grundkosten. Konkret bedeutet das: manche Banken bieten ein Depotkonto kostenlos an (z.B. DEGIRO, Consorsbank, ING DiBa). Andere reduzieren die anfallenden Kosten, sobald eine festgesetzte Transaktionsmenge erreicht ist (z.B. Comdirect, Onvista Bank).

Zu den Grundkosten gehören neben Depotgebühren auch zusätzlich anfallende Gebühren für die bereits erwähnten Depotstandards, darunter feste Kosten wie z.B. die Erträgnisaufstellung, die beispielsweise bei der Comdirect mit einmalig 19,90 Euro pro Jahr berechnet – und bei ING DiBa kostenfrei als Serviceleistung erstellt werden. (Stand Mai 2015)

Wichtiger als die festen, sind die flexiblen Kosten, die sich nach der Häufigkeit der eigenen Wertpapiertransaktionen, deren Gegenwert und den dabei berücksichtigten Börsen richten. Hier bietet ein Depotkonto Vergleich einen wirklichen Mehrwert, denn im Dickicht der verschiedenen Depot-Konzepte wie z.B. Beginner, Profi, Trader, Direkt, Junior und vielen weiteren, lässt sich ohne Software-Unterstützung keine sinnvolle Entscheidung treffen.

Als Vorbereitung für den Kostenvergleich sollten Sie sich die durchschnittliche Order-Summe der während der letzten 12 Monate gehandelten Wertpapiere sowie die Anzahl der Orderaufgaben notieren. Diese beiden Angaben werden in der Regel zusammen mit dem Anteil „Order über das Internet“ abgefragt. D.h. sollten Sie einen Betreuer bei Ihrer Bank haben, der die Kaufordner entgegennimmt und weiterleitet, oder aber Aufträge schriftlich per Brief, Fax oder E-Mail erteilen, so müssen Sie diese Orderaufträge entsprechend bei der Vergleichsauswahl „Internet“ abziehen.

Bevor man sich für ein Depotkonto entscheidet, sollte man erst einige Anbieter miteinander vergleichen

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Das sollten Sie nicht in den Vergleich einbeziehen

Dinge, die Sie eigentlich schon besitzen und nur deshalb auswählen werden, weil sie kostenlos sind, berücksichtigen Sie bitte nicht für Ihren Depotvergleich. Denn seien Sie ehrlich zu sich selbst: Sie würden eine kostenlose, zusätzliche Bank- oder Kreditkarten kaum ablehnen wollen – aber ein wirklicher Vorteil entsteht Ihnen dadurch auch nicht. Das weiß die Bank auch und bietet es Ihnen deshalb ganz gezielt an, denn die Mehrkosten für die Bank sind überschaubar – und falls Sie die Kreditkarte doch irgendwann nutzen, hat sich der Aufwand für die Bank sehr schnell gerechnet.

So eröffnen Sie ein Depotkonto

vorlage_musterDas durchschnittliche Ordervolumen ist bekannt, die Anzahl der Onlinetransaktionen pro Jahr ebenfalls. Also haben Sie die Zahlen in den Vergleichsrechner eingegeben, die Ergebnisse verglichen und – nun? Müssen Sie nur noch den dortigen Hinweisen folgen. Der Onlinevergleich bringt Sie per Klick sofort zu den für Sie besten Depotkonten. Je nach Anbieter können Sie hier sofort einen Onlineantrag ausfüllen und ausdrucken oder aber den Antrag herunterladen, ausdrucken und per Hand ausfüllen.

In jedem Fall ist die Legitimierung nach Geldwäschegesetz notwendig. Das klingt deutlich umständlicher als es ist, denn Sie müssen lediglich den vollständig ausgefüllten Depoteröffnungsantrag in einem verschlossenen Umschlag zusammen mit einem so genannten Postident Formular an die Bank übersenden (lassen). Die Feststellung der Personalien wird in einer Filiale der Deutschen Post oder in einem Post-Shop durchgeführt. Dazu trägt der Mitarbeiter der Post Ihre Personalausweis Daten in ein Postident Formular ein und übersendet dieses Formular zusammen mit Ihrem Antrag an die Bank.

Dort werden die Unterlagen auf Vollständigkeit geprüft und dann die nächsten Schritte, d.h. Depotkonto Eröffnung, Erstellung von TAN-Listen, Einrichtung von Zugangsdaten und Unterlagenversand an Sie in die Wege geleitet. Dieser Vorgang dauert abhängig von der Bank und der Zustellungszeit durch die einzelnen Post-Dienstleister zwischen 5 und 15 Werktagen.

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