DAX, ETF und Dividende – einfach entspannt investiert?

By | 27. Mai 2015

Der Unternehmensstandort Deutschland ist nach wie vor attraktiv, wie es sich an wachsenden Beschäftigungszahlen, einem Anstieg des Lohnniveaus und steigenden Unternehmensgewinnen leicht ablesen lässt.

Neben global aufgestellten DAX Unternehmen erreichen auch die Aktiengesellschaften in MDAX und SDAX attraktive Renditen und lassen mittels Gewinnausschüttungen, der sogenannten Dividende, ihre Aktionäre an der guten Geschäftslage teilhaben.

Steigende Gewinnausschüttungen in einem Umfeld niedriger Zinsen für Tagesgeld- und Festgeldkonten haben das seit Jahren vorhandenen Interesse an Dividenden-Aktien zuletzt deutlich beflügelt. Kein Wunder also, dass zunehmend Anlageideen für DAX ETF und Dividende gesucht und von Banken, Fondsgesellschaften und Anlageberatern angeboten werden.

Wer sich nicht selbst mit der Auswahl geeigneter Anlagemöglichkeiten und Aktien beschäftigen möchte, greift deshalb gut und gerne zu einem ETF mit Schwerpunkt „Dividende“. Welche Begriffe Sie kennen sollten und worauf bei der ETF-Wahl zu achten ist, lesen Sie hier.

DAX – die Auswahl der Größten?

VergleichMit 1.000 Punkten beginnt die Geschichte des heutigen Leitindex am 31.12.1987. Ein halbes Jahr später löst der gemeinsam von der Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Wertpapierbörsen, der Frankfurter Wertpapierbörse und der Börsen-Zeitung konzipierte DAX den bisher alleine von der Börsen-Zeitung geführten Aktien-Index ab und etabliert sich als Indikator für den Zustand der Deutschen Wirtschaft.

Der DAX setzt sich aus Aktiengesellschaften zusammen, die entweder einen Sitz in Deutschland oder den Schwerpunkt ihres Aktien-Handelsumsatzes in Frankfurt nebst einem Unternehmenssitz in der EU haben. Darüber hinaus müssen die Aktien im Prime Standard gelistet, fortlaufend via Xetra gehandelt und mind. 10% der Aktien als Streubesitz, d.h. von vielen kleineren Anlegern gehalten werden.

Zählt ein Unternehmen dann zu den 30 nach Unternehmenswert und Aktienumsatz größten Unternehmen an der Frankfurter Wertpapierböse, kann es in den DAX aufgenommen werden. Über die Zusammensetzung wird jährlich im September entschieden – sofern Unternehmen unterjährig die gesetzten Kriterien nicht mehr erfüllen oder aber durch Insolvenz oder Fusion aus dem DAX gestrichen werden müssen, können kurzfristige Änderungen durch die Abstimmung zwischen Deutsche Börse und Arbeitskreis Aktienindizes erfolgen.

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Deshalb ist der DAX für ETF Käufer besonders interessant

VerbrauchertippsAktienindices können sowohl als Performance- als auch als Kursindex veröffentlicht werden. Üblicherweise handelt es sich dabei um eine Darstellung als Kursindex, die ausgerechnet für den DAX in der breiten Öffentlichkeit keine Anwendung findet. D.h. während für Dow Jones, MSCI World oder EURO STOXX ausschließlich der Kursindex Beachtung findet, setzte sich für den DAX die Performanceindex Berechnung als Maßstab durch.

Das bedeutet, dass innerhalb der DAX Berechnung die Dividenden der im DAX enthaltenen Unternehmen in den Index reinvestiert werden. Bei einer Berechnung des „reinen“ Kursindex würden die Dividenden nicht berücksichtigt, weshalb der DAX Index deutlich langsamer steigen würde. Wie groß der Unterschied zwischen DAX Kursindex und DAX Performance Index ist, zeigt die nachfolgende Übersicht:

DAX – Allzeit-HöchstständePunkteDatum
Performanceindex auf Schlusskursbasis12.374,73Freitag, 10. April 2015
Kursindex auf Schlusskursbasis6.331,39Freitag, 10. April 2015

Quelle: Wikipedia, Performanceindex (mit Dividenden) und als Kursindex (ohne Dividenden)

ETFs, die sich also direkt auf die Kursentwicklung des DAX beziehen und nicht explizit auf den Kursindex ausgerichtet sind, verzeichnen somit eine deutlich bessere Wertentwicklung und sind zusätzlich weniger schwankungsanfällig, da nicht nur der Unternehmenswert, sondern eben auch die ausgeschütteten Gewinne in die Indexberechnung einbezogen werden.

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ETF – einfach investieren per ETF

vorlage_musterDie Abkürzung ETF (Exchange Traded Funds) steht für börsengehandelte Indexfonds und beinhaltet exakt jene Wertpapiere in identischer Verteilung, wie der darauf bezogene Index. Da die Zusammenstellung eines Index nach festgelegten Regeln, erfolgt ist die inhaltliche Wertpapieraufteilung (Allokation) eines solchen ETF entsprechend leicht nachvollziehbar. Aufgrund des geringen Verwaltungsaufwandes und der selten notwendigen Umschichtung fallen für ETF sehr geringe Verwaltungskosten an, was die Wertentwicklung eines solchen Indexfonds im direkten Vergleich zu Index basierten Aktienfonds deutlich verbessert.

Geringe Kosten und eine große Angebotsvielfalt haben die Anlageklasse ETF in den vergangenen Jahren zu einem beliebten Anlageinstrument für professionelle Investoren und Privatanleger werden lassen. So hat sich die Anzahl der weltweit verwalteten ETFs zwischen 2003 und 2014 mehr als verzehnfacht.

Anzahl der weltweit verwalteten ETFs (2003-2014)

Anzahl der weltweit verwalteten ETFs (2003-2014)

Bereits mit wenigen Hundert Euro gelingt durch die Geldanlage in ETF eine sehr gute Risikoverteilung (Diversifikation). Darüber hinaus können Privatanleger über ETF Indexfonds auch an Entwicklungen von Geldmarkt, Obligationen, Währungen, Rohstoffen oder weiteren Anlageklassen teilhaben. Eine solche Angebots-Breite und -Tiefe war zu derart geringen Kosten bisher ausschließlich professionellen Investoren vorbehalten.

Trotz der sehr unterschiedlichen Anlagemöglichkeiten bleibt der ETF Kauf einfach: es wird analog zu einem Aktienkauf lediglich ein Wertpapierdepot benötigt. Der Kaufauftrag kann über einen Broker, eine Onlinebank oder auch die Hausbank oder Sparkasse direkt an einer Börse wie z.B. Xetra oder der Frankfurter Wertpapierbörse platziert werden. Anders als bei aktiv gemanagten Investmentfonds wird kein Ausgabeaufschlag erhoben. Anstelle dessen richten sich die Kaufkosten nach einem individuellen „Spread“, der dem Unterschied von An- und Verkaufskurs entspricht und meist zwischen 0,1% und 0,3% liegt (der Ausgabeaufschlag bei Aktienfonds beträgt in der Regel zwischen 3% und 5%).

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Dividende – die Substanzanzeige

gebuehrenEinmal im Jahr schütten deutsche Aktiengesellschaften Teile des im Vorjahr erzielten Gewinns an die Anteilseigner, sprich die Aktionäre, aus. Diese als Dividende bezeichnete Gewinn-Ausschüttung liegt, bezogen auf den jeweiligen Aktienkurs, bei nicht wenigen Unternehmen deutlich über 3% p.a. Einer Größenordnung, die im direkten Zinsvergleich mit Tagesgeld- oder Festgeldkonten, als sehr gutes Ergebnis gelten kann. Das grundsätzliche Ausschütten einer Dividende gilt zudem als wichtiges Kriterium bei der Aktienauswahl für verschiedene Anlagestrategien.

Wichtiger noch als die tatsächliche Höhe der Ausschüttung ist eine Betrachtung von Unternehmenssubstanz und Ausschüttungskonstanz. Was nach Fachsprache klingt lässt sich leicht nachvollziehen – das Unternehmen muss im abgelaufenen Geschäftsjahr mehr Gewinn erwirtschaftet haben, als es an Dividenden ausschüttet (sonst verliert es Kapital, sprich Substanz). Die anteilige Gewinnausschüttung sollte mehrere Jahre in Folge – und bestenfalls in steigender Höhe – erfolgt sein. Dies gilt als Nachweis für eine beständige, gute Geschäftsentwicklung (Konstanz).

Die Deutsche Börse hat mit Blick auf das starke Interesse an dividendenstarken Unternehmen bereits im Jahr 2003 mit einem eigenen Dividendenindex, dem DivDAX reagiert. Dieser fasst die 15 Unternehmen des DAX zusammen, die die höchste Dividendenrendite aufweisen. Die Zusammensetzung wird jährlich geprüft, zu den langjährig dort enthaltenen Unternehmen gehören zum Beispiel die Deutsche Telekom, die Deutsche Post und die Allianz Versicherung.

Dividende meist im direkten Zinsvergleich mit Tagesgeld- oder Festgeldkonten ein gutes Ergebnis

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Dividenden ETF – diese Möglichkeiten können Sie nutzen

DAX ETF Dividende – wer diese drei Anlage-Schwerpunkte kombinieren möchte, hat derzeit mit dem ComStage DivDax TR UCITS ETF I (ISIN LU0603933895) und dem iShares DivDAX UCITS ETF (ISIN DE0002635273) zwei unterschiedliche Anlageprodukte zur Auswahl. Da der Basisindex identisch ist, d.h. beide auf dem DivDAX basieren, lohnt sich ein Blick auf die weiteren Eckdaten dieser beiden ETFs.

  • Verwaltungskosten: Mit 0,25% p.a. Gesamtkostenquote ist der von der Commerzbank aufgelegte ComStage DivDAX etwas günstiger als der iShares DivDAX ETF mit 0,31% p.a.
  • Inhalt: Die Commerzbank setzt für den ComStage DivDAX ETF auf eine (mindestens Teil-) Nachbildung mit Swaps (Derivate, Optionen). D.h. der ETF erwirbt nicht oder nur teilweise die Aktien der DivDAX Unternehmen, sondern entsprechende Derivate, die die Zusammensetzung des Index abbilden. Bei dieser als „synthetische Replikation“ und „Unfunded Swap“ bezeichneten Methode besteht ein Kursrisiko durch die Nichteinlösung der Swaps. Im Unterschied dazu setzt der iShares DivDAX ETF auf eine physische, vollständige Replikation, erwirbt also die Aktien und verwahrt sie in einem eigenen Depot.
  • Größe: Mit einem Fondsvolumen von ca. 48 Mio. Euro ist der ComStage ETF deutlich kleiner als der iShares DivDAX UCITS ETF (564 Mio. Euro; jeweils Stand Mai 2015)
  • Thesaurierend vs. Ausschüttend: ComStage legt erzielte Gewinne sofort in neue ETF-Anteile an (thesaurierend), der iShare ETF schüttet die entsprechenden Gewinne quartalsweise aus

Das Grundkonzept des ETF sieht keinen Wettbewerb der Systeme, sondern einen der Kosten vor. Da die Wertentwicklung durch den Basis-Index (hier der DivDAX) bereits vorgegeben ist, müssen die Anbieter Mittel und Wege finden ein möglichst kostengünstiges Angebot zu etablieren. Die Commerzbank setzt zu diesem Zweck auf eine synthetische Replikation mit unfunded Swaps, was Marktrisiken und Absicherungskosten reduziert und einen Preisvorteil gegenüber dem iShares ETF eröffnet.

iShares setzt den DivDAX Index bestmöglich, aber nicht zu 100% exakt mit realen Aktien um, da sich Aktien eben nicht in kleinste Anteile analog einer Index-Zusammensetzung aufspalten lassen. Die Abweichungen dürften gering ausfallen, die regelmäßige Nachjustierung kostet allerdings zusätzlichen personellen wie maschinellen Aufwand, was die höheren Verwaltungskosten relativiert.

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Bilderquellen:

– statista.com – statistic_id219379_anzahl-der-etfs-weltweit-bis-2014
– © Denis Junker – Fotolia.com #46943225

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