Börsenlandschaft in Deutschland – wählen Sie aus den besten!

By | 27. Mai 2015


Parketthandel war Jahrzehnte lang ein doppeldeutiger Begriff, beschreibt er doch sowohl den Verkauf des Fußbodenbelags – als auch den von Händlern ausgeführten Aktienhandel an einer Börse.
Die „Parkett einer Wertpapierbörse“ Beschreibung entsprach für Jahrzehnte den Tatsachen, denn die Handelsplätze setzten traditionell auf hochwertige Holzböden, weshalb sich diese Begrifflichkeit durchsetzen konnte. Das lebhafte Geschehen auf dem Parkett ist Vergangenheit. Heute ist der Parketthandel – auch Präsenzhandel genannt – an deutschen Wertpapierbörsen weitgehend durch den Computerhandel verdrängt worden. Die aktive Preisbildung für Aktien, Anleihen und Kontrakte jedweder Art findet jetzt an elektronischen Handelssystemen wie Xetra oder Tradegate statt. Völlig ohne menschliche Eingriffe funktionieren, arbeiten und handeln die Systeme dennoch nicht.

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Welche Struktur bietet die Börsenlandschaft Deutschland? Wir haben Ihnen alle wichtigen Informationen zu diesem Thema in unserem Ratgeber Börsenlandschaft Deutschland zusammengestellt.

Die Frankfurter Wertpapierbörse – Tradition trifft Moderne

Wer behauptet, das Börsengeschäft sei ein kurzlebiges, der irrt. Die 1585 gegründete Frankfurter Börse hat Kaiser, Kanzler und Regierungen kommen und gehen sehen. Sie hat Kriege, Land- und Währungsreformen überstanden und ist heute so gut im Geschäft wie selten zuvor. Als mit Abstand größte Börse, zählt die mittlerweile selbst zu einer Aktiengesellschaft formierte Deutsche Börse AG zu den – an Handelsumsätzen gemessen – 10 größten Börsen weltweit.

Die größten Börsen der Welt im Überblick

Die größten Börsen der Welt im Überblick

Anders als die weiteren Deutschen Börsen bietet die Frankfurter Börse das komplette Wertpapier- und Technikspektrum an, durch das Börsenhandel effizient und international wird. Neben dem klassischen Aktien- und Terminhandel gehören dazu auch die technische Bereitstellung von Marktinformationen sowie die Entwicklung nebst Betrieb elektronischer Handelssysteme. Das bekannteste System, Xetra, hat sehr schnell die Umsätze des klassischen Parketthandels überholt, was maßgeblich zu dessen Abschaffung im Jahr 2011 beitrug.

Wertpapierkurse werden seit diesem Zeitpunkt nicht mehr durch Börsenhändler ermittelt, sondern ausschließlich gemäß Angebot und Nachfrage über die Xetra Software ermittelt. Ganz ohne menschliche Aufsicht läuft dieser Vorgang allerdings nicht ab, die nun als „Spezialisten“ betitelten, ehemaligen Börsenhändler, überwachen das System und greifen ein, wenn sich Kursstellungen außerhalb der Norm ergeben.

Xetra – Handeln im Geschwindigkeitsrausch

vorlage_musterDas Exchange Electronic Trading, kurz Xetra, ist aus dem heutigen Börsengeschehen nicht wegzudenken – und dennoch erst ein Teenager. Erstmals im November 1997 in Betrieb genommen, wurden die Funktionen des elektronischen Handels schrittweise ausgebaut, so dass im Mai 2011 das volle Handelsspektrum des bisherigen Parketthandels erreicht war. Im Unterschied zu den menschlichen Händlern erfolgte die Xetra Preisbildung schneller, marktorientierter (sprich günstiger für den Käufer) und mittels Anbindung an weltweite Netzwerke: absolut international.

Wie groß der Abstand zwischen „nur“ Computerhandel und dem computergestütztem Präsenzhandel ist (Vorteil ist z.B. die längere Handelszeit bis 20 Uhr), zeigen die Umsatzzahlen der Deutschen Börse AG für das 1. Quartal 2015. Während dieses Zeitraums wurden via Xetra-Handel ca. 395 Mrd. Euro umgesetzt, über den Präsenzhandel im gleichen Zeitraum lediglich 17,5 Mrd. Euro was einem Anteil von knapp 4% entspricht. Ein nicht exakt zu beziffernder, aber in unterschiedlichen Quellen immer wieder betont großer Anteil von wahrscheinlich über 50% des Xetra Handelsvolumens, wird durch ausschließlich computergesteuerte Handelssysteme geleistet. Diese arbeiten anhand von Marktsignalen Kauf- und Verkaufssignale im Millisekunden-Takt ab und erzielen aus so kleinsten Kursdifferenzen Gewinne.

Dass dieser Hochgeschwindigkeitshandel kein Interesse an der tatsächlichen Unternehmensführung aufweist, wird von vielen Markteilnehmern kritisch gesehen. Dass sich daraus Gefahren für das komplette Börsenumfeld ergeben, ist an einzelnen Crash-Szenarien der vergangenen Jahre erkennbar. So ist vor allem der „Flash-Crash“ aus dem Jahr 2010 in Erinnerung geblieben, als der Dow Jones Index binnen Minuten über 1.000 Punkte verlor und sich nach einer wilden Rallye keine halbe Stunde später wieder „zurück auf Start“ befand.

Im Grundsatz sind derartige, auf das autonome Agieren automatischer Handelssoftware zurückzuführende, Ausbrüche auch für den Index DAX vorstellbar. Denn – der offizielle DAX-Kurs basiert auf den Xetra- und nicht den Präsenzhandels-Kursen. Die Aktien-Preisbildung erfolgt entsprechend via Xetra-Handelssystem, das über Programm-Schnittstellen auch für global agierende Computerhandelssysteme binnen Sekundenbruchteilen erreichbar ist.

Höherer Umsatz durch den Computerhandel

Höherer Umsatz durch den Computerhandel

Regionale Börsenplätze – stark in der Nische

wechsel_umzugWenn die Frankfurter Börse nebst Xetra den Leitindex stellen und ein komplettes Wertpapier- und Softwarespektrum anbieten, wozu gibt es dann regionale Börsen?
Zunächst einmal aus einer historisch gewachsenen Nachfrage. Überall dort, wo viele Waren hergestellt und umgeschlagen wurden, haben sich Handelszentren entwickelt, die Börsen nutzen um Waren und Termingeschäfte abzuwickeln.

Diese könnte man in Zeiten des Computerhandels wahrscheinlich fusionieren, wäre da nicht die politische Komponente. Börsen und deren Aufsicht ist „Ländersache“, d.h. auch wenn die Börse Frankfurt ein international agierendes Aktienunternehmen ist, so setzt das Bundesland Hessen die Regeln und prüft deren Einhaltung. Gleiches gilt für die Börsen in Stuttgart, Berlin, Hamburg, Hannover, Düsseldorf und München. Ein politischer Anachronismus, der dazu beiträgt, dass ein wirtschaftlich ggf. sinnvoller Zusammenschluss hohe Hürden zu überwinden hat.
Die Regionalbörsen interpretieren diese Situation, indem sie sich auf bestimmte Geschäftsfelder spezialisieren und damit dem großen Generalisten in Frankfurt zumindest in Teilen voraus sein können.

Schwerpunkte und Stärken der Regionalbörsen

BerlinAusländische Aktien (häufig Nebenwerte, für die die Preisbildung problematisch werden kann); Investmentfonds
DüsseldorfLängste Öffnungszeiten 8.00 – 23.00 Uhr, Unternehmensanleihen (unter primaermarkt.de)
Hamburg-HannoverNicht teurer, meist sogar günstiger als Xetra; enge Spreads = geringere Preisaufschläge. Etablierter Beteiligungs-Zweitmarkt (geschlossene Fonds)
MünchenAktienhandel mit Bestpreis Garantie (im Vergleich zu allen anderen deutschen Börsen)
StuttgartOptionsscheine (Marktführer Europa), Unternehmensanleihen

Vergleichen lohnt. Das gilt umso mehr für Privatanleger, die nicht nur Aktien der DAX und MDAX Klassiker kaufen und verkaufen möchten. Gerade bei kleinen deutschen oder bei ausländischen Nebenwerten sowie bei Optionsscheinen können die regionalen Börsen durchaus die bessere Wahl sein.

Das liegt zum Teil auch daran, dass hier noch Wertpapierhändler agieren, die nicht nur ein vorliegendes Angebot mit vorhandener Nachfrage verbinden, sondern auch als Marketmaker im Zweifelsfall die gewünschte Wertpapieranzahl „organisieren“ oder mit eigenen Mitteln eingreifen, wenn es erforderlich werden sollte.

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Tradegate Exchange, die neue Börse

Jahrzehntelang war es mit der Zahl der Börsen bergabgegangen. Besonders stark hatten die Nationalsozialisten den Regionalbörsen zugesetzt. Sie schafften unter anderem die älteste deutsche Börse in Augsburg ab, ebenso die nach Augsburg und der schon länger eingestellten Nürnberger Börse drittälteste Einrichtung in Köln, die heute als reine Warenbörse weiterbesteht. Die Zahl der Börsenplätze wurde von 21 auf neun reduziert. Die in Leipzig fiel etwas später den Kommunisten zum Opfer, 2007 die in Bremen dem Fortschritt.

2009 geschah dann etwas Unerwartetes. Das erste Mal seit fast 150 Jahren wurde in Deutschland eine Börse zugelassen. Sie sitzt in Berlin und hört auf den Namen Tradegate Exchange, ist aber nicht mit der Berliner Börse zu verwechseln, die weiterhin als Regionalbörse besteht. Eigentümer ist mittlerweile zu drei Vierteln die Deutsche Börse, das restliche Viertel wird von der Tradegate Wertpapierhandelsbank gehalten.

Im Gegensatz zu Xetra ist die Börse vor allem auf Privatkunden ausgelegt und nicht auf große institutionelle Anleger. Weil sie ausschließlich aus den Gebühren der dort börsennotierten Unternehmen und der dort handelnden Firmen finanziert wird, fällt keine Börsengebühr je Kauf oder Verkauf an. Das erlaubt es den Brokern, besondere Angebote zu machen.

Dauerhaft günstigen Konditionen gibt es bei DEGIRO

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Der Depot Testsieger 2017, DEGIRO, wirbt jedoch auch an der Xetra mit einem besonders günstigen Handel ab zwei Euro zuzüglich einer geringen Provision. Zwar steigen damit parallel zum Ordervolumen auch die Trading Kosten, aber im Vergleich zu vielen anderen Brokern ist DEGIRO damit noch weitaus günstiger. Das Gebühremodell des Brokers erinnert an wenig an ein Flatrate-Modell, wie es beispielsweise flatex bietet, denn die Kosten bei DEGIRO sind dauerhaft niedrig und nicht nur als Lockangebot zu verstehen.

Neben dem Handel von Aktien ermöglicht der Testsieger DEGIRO auch das Trading mit Zertifikaten, Optionen und Fonds. Dabei sind die Oerdpreise auch im Ausland sehr günstig. So ist der Handel an amerikanischen Börsen bereits ab 0,50 Euro und an asiatischen Handelsplätzen ab zehn Euro realisierbar.

Finanzterminbörse EUREX

gebuehrenDie European Exchange (Eurex) ist Teil der Deutschen Börse AG und wickelt als vollelektronische Handelsplattform jährlich deutlich über 1 Mrd. Kontrakte ab. Darunter eine Vielzahl von Optionen, die als standardisierte Anlageprodukte konzipiert sind, d.h. anders als bei bankenüblichen Optionsscheinen sind die Laufzeiten identisch und auf maximal drei Monate begrenzt. Für die Kursstellung sorgen Market-Maker, die untereinander im Wettbewerb stehen und somit ein möglichst effizientes Preis- und Leistungsverhältnis anbieten müssen.

Neben klassischen Absicherungen, wie Zinsderivate und Aktienderivate, werden über Eurex auch, Aktienindexderivate, Dividendenderivate, Volatilitätsindexderivate, ETF Derivate, Inflationsderivate, Rohstoffderivate und Wetterderivate gehandelt.

Privatanleger können keinen direkten Handel an der Eurex vornehmen, aber sehr einfach über eine an Eurex angeschlossenen Broker wie z.B. LYNX Broker oder eine Bank (z.B. DAB Bank, Consorsbank) am Handel teilnehmen.

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EEX (European Energy Exchange)

kuendigungZu der Börsen-Landschaft in Deutschland gehört auch die besser unter der Bezeichnung „Strombörse“ bekannte European Energy Exchange mit Sitz in Leipzig. Diese beschränkt sich ausschließlich auf den Handel von Energie und gleicht damit kurzfristige Nachfrage seitens der Verbraucher (Lastprofil) aus. Der Handel selbst unterscheidet sich in seiner Funktion kaum von dem Handelsgeschehen an klassischen Wertpapierbösen, d.h. die Preisbildung erfolgt durch einen Ausgleich von Angebot und Nachfrage. Im Unterschied zu Wertpapier- oder auch Warenbörsen ist das Handelsgut „Energie“ nur sehr kurzfristig speicherbar, weshalb das Preisniveau sehr von den Rahmenbedingungen abhängt. So führte in der Vergangenheit beispielsweise eine windige Wetterlage bei geringer Nachfrage seitens der Verbraucher zu einem kurzfristigen Preisrückgang auf null.

Zu den weiteren, wenn auch weniger bekannten Handelsgütern der EEX gehören Absicherungen von Frachtraten (Dry Bulk Freight Futures), Düngemittel-Futures, Eisenerz-Futures (Iron Ore Futures) und Emissionsberechtigungen. Als Spezialist für Energiehandel kann die EEX auch auf ein hervorragendes Netzwerk im Bereich des Emissionshandels zugreifen und ist führend im Emissionshandel für EU ETS-Berechtigungen (EUA, EUAA) und Kyoto-Emissionsgutschriften (CER).

Privatanleger haben keinen unmittelbaren Zugriff auf das Börsengeschehen, können aber Teile der Kontrakte über die EUREX handeln.
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Bilderquellen:

– statista.com – statistic_id166143_groesste-boersen-weltweit-nach-handelsvolumen-mit-aktien-2013
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