Aktiendepot Kosten – Kostenfallen vermeiden

By | 22. Mai 2015

Immer häufiger werben Banken mit einem kostenlosen Wertpapierdepot. Völlig kostenfrei sind diese Angebote dennoch nicht.

Auf welche Punkte Sie bei der Auswahl eines günstigen Depots achten sollten – und an welcher Stelle teure Gebühren schlummern können, lesen Sie hier.

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Service und Gebühren richtig vergleichen

gebuehrenOb Volksbank, Raiffeisenbank, Sparkasse, Onlinebroker, Privat- oder Geschäftsbank – die Möglichkeiten ein Depot zu eröffnen sind vielfältig. Das erschwert die Vergleichsmöglichkeiten ganz besonders für Privatanleger und macht die Entscheidung für oder gegen ein Wertpapierdepot oftmals von den Test-Ergebnissen in der Finanz- oder Wirtschaftspresse bzw. von den Testern der Stiftung Warentest abhängig.

Dass deren Test-Szenarien mit dem eigenen Anlageverhalten übereinstimmen, ist eher Ausnahme als Regel. Wer also einen aussagekräftigen Vergleich von Aktiendepot Kosten und Gebühren vornehmen will, muss dazu selbst einen Blick in das Preis- und Leistungsverzeichnis der Banken werfen.

Kostensensibel zeigen sich übrigens mehr als die Hälfte aller deutschen Privatkunden ab 14 Jahren wie eine repräsentative Umfrage, durchgeführt im November 2014, zeigt. Nur ein Viertel der Befragten findet die Markenbotschaft der Bank wichtiger als den Preis der Dienstleistung „Geldanlage und Kreditkarten“.

Das Ziel eines optimales Preis- und Leistungsverhältnisses ist im Übrigen ohne Qualitätsverluste erreichbar. Da der Aktienhandel an einer Börse stattfindet, stellen Bank oder Sparkasse lediglich die nötige Infrastruktur zur Verfügung. Diese erlaubt es Privatanlegern Wertpapiere an einer Börse zu Handeln und erworbene Anteile in einem Depot zu verwahren. Welche Bank oder Sparkasse den Kundenauftrag an einer Börse platziert, ist deshalb keine qualitative, sondern eine rein persönliche Entscheidung des Einzelnen.

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Die Umfrage zeigt, dass die meisten Privatkunden eher auf den Preis achten

Preis- und Leistungsverzeichnis – alle Kosten und Gebühren im Überblick

VergleichJede Bank ist verpflichtet eine Übersicht aller Dienstleistungen und Services nebst den dazu anfallenden Kosten öffentlich zugänglich zu machen. In Filialbanken findet sich das wichtigste „Kleingedruckte“ oftmals eingerahmt hinter Glas als Aushang neben Geldautomat oder Kontoauszugdrucker. Deutlich schneller lassen sich die entsprechenden Angaben im Internet finden und vergleichen.

Wichtig: Lassen Sie sich nicht von schön gestalteten Übersichtsseiten aufhalten. Das vollständige Preis- und Leistungsverzeichnis entspricht dem Leistungsumfang der Bank und wird als PDF zum Download angeboten. Dieser kann wie z.B. bei Lynx Broker mit 6 Seiten DIN A4 eher weniger und wie bei der Deutschen Bank mit 32 Seiten DIN A4 deutlich mehr Platz benötigen. In jedem Fall gilt: Nur PDF-Leser kennen wirklich alle Kosten.

Aktien Kauf – so unterschiedliche Kosten können anfallen

Ein kostenloses Verrechnungskonto nebst kostenloser Kreditkarte ist ein messbarer Vorteil, sollte aber nicht den Ausschlag für oder gegen ein Aktiendepot gegeben. Vergleichen Sie deshalb alle anfallenden Kosten und Aktiendepot Gebühren, die bei Ihrer Orderaufgabe anfallen können.

Neben einem Mindestpreis je Transaktion berechnen Banken z.B. immer eine Provision, die abhängig von der Höhe des Transaktionsvolumens berechnet wird. Darüber hinaus sind Zusatzkosten möglich, die abhängig von dem gewählten Land und Handelsplatz und der Art der Orderübermittlung anfallen.

Die nachfolgende Übersicht zeigt exemplarisch wie verschieden die Kosten bei Onlinebanken, einer klassischen „Hausbank“ und einer Geschäftsbank berechnet werden.
Aktienkauf Kosten am Beispiel: Aktien der Deutsche Telekom, 8.000 Euro Ordervolumen, Börse Frankfurt, Order per Telefon

comdirectConsorsbankDeutsche Bank (db PrivatDepot)Hannoversche Volksbank eG (online; Premium Depot „aktiv“)
4,90 Euro zzgl. 0,25% des Transaktionspreises = 20,00 Euro (oder 9,90 Euro Mindestpreis)4,95 Euro zzgl. 0,25% des Transaktionspreises = 20,00 Euro (oder 9,95 Euro Mindestpreis)1% des Transaktionspreis = 80,- Euro (oder 30,- Euro Mindestpreis)4,90 Euro zzgl. 0,20% des Transaktionspreises = 16,00 Euro
0,0025% Zuschlag für Börse Frankfurt bzw. 2,50 EuroZuschlag für Börse Frankfurt 2,95 EuroZuschlag für Börse Frankfurt 4,50 Eurok. A.
9,90 Euro Zuschlag für telefonische Orderaufgabe14,95 Euro Zuschlag für telefonische Orderaufgabekostenfreinicht möglich
Gesamtkosten 32,40 EuroGesamtkosten 37,90 EuroGesamtkosten 84,50 EuroNicht vergleichbar, da keine telefonische Orderaufgabe möglich

Dass es auch günstiger geht, zeigt der Broker DEGIRO. Zwar bietet der Broker keine Flatrate, aber die dauerhaft niedrigen Orderpreise überzeugen auch im Vergleich. Wird der Handel beispielsweise über eine deutsche Börse (Xetra) abgewickelt, zahlt der Kunde nur 2,00 Euro zzgl. einer geringen Provision. Zwar steigen die Kosten hier mit dem Ordervolumen, doch DEGIRO ist damit trotzdem weitaus günstiger als viele anderen Broker. Da die Preise für die jeweiligen Börse bei dem Depottestsieger 2017 dauerhaft günstig und immer gleich sind, erinnert das Gebührenmodell aber dennoch in gewisser Hinsicht an eine Flatrate. Der US-Handel sowie der Handel an asiatischen Börsen ist mit 0,50 bis zehn Euro zzgl. Provision noch immer unschlagbar günstig. Hinzu kommt, dass DEGIRO trotz der geringen Gebühren einen gut erreichbaren Service anbietet und das Gesamtpaket einen sehr positiven Eindruck hinterlässt.

Aktiendepot Kosten – Unterschied Jahresgrundpreis

FAQsAuf den ersten Blick erscheint die Hannoversche Volksbank nicht nur deutlich günstiger als die Deutsche Bank, sie kann auch die Konditionen der beiden Onlinebanken unterbieten und hätte damit ein besonders günstiges Wertpapierdepot im Angebot. Dieser Eindruck relativiert sich nach einem Blick auf die jährlichen Aktiendepot Kosten. Mit einem Grundpreis von 150,00 Euro zzgl. 0,04% des aktuellen Kurswertes ist das Premium Depot „aktiv“ möglicherweise sogar teurer als das db PrivatDepot, für welches die Deutsche Bank einen Grundpreis von 19,99 Euro zzgl. 5,- Euro p.a. pro Depotposition berechnet.

Läge beispielsweise innerhalb dieses Depots nur die zuvor gekaufte Position der Deutschen Telekom, entspräche das in etwa den Kosten der jährlichen Depotgebühren eines Comdirect Depots (23,40 Euro). Dort verzichtet man erst dann auf die Berechnung dieser Depotgebühr, wenn zwei Trades pro Quartal ausgeführt wurden. Sehr gelassen können allerdings die Kunden der Consorsbank mit solchen Rechenmodellen umgehen, ihr Aktiendepot ist unabhängig von Depotpositionen, Wert des Depotinhaltes und Anzahl der Quartalstransaktionen in jedem Fall kostenfrei.

Wichtig: Wie Sie an diesem Vergleich erkennen, ist ein kostenloses Depot ebenso wenig immer die günstigste Option wie eine möglichst geringe Transaktionsgebühr. Vergleichen Sie Kosten und Gebühren deshalb auf Basis Ihres eigenen Anlageverhaltens. Stellen Sie sich die Frage: wie oft werde ich Aktien kaufen und verkaufen, wie hoch ist der durchschnittliche Umsatz und wie wichtig ist mir z.B. ein fester Ansprechpartner, eine Filiale oder auch eine App über die ich per Smartphone Aktien handeln kann.

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Kosten, die Sie selten bezahlen werden

Wer den Blick in das Preis- und Leistungsverzeichnis gewagt hat wird vielleicht erstmals feststellen welche Serviceleistungen ebenfalls Teil eines Aktiendepots sein können und sich die Frage stellen: Brauche ich das? „Ja, aber …“. Denn eine Bank bietet nur Leistungen an, die auch nachgefragt werden. Aber: Vieles wird selten benötigt. Es ist also sehr wahrscheinlich, dass Sie Kosten für Quellensteuerbefreiung, Tax Voucher, Ausübung von Wertpapierwahlrechten, Eintragung ins elektronische Aktienregister bei Namensaktien oder auch Erstellung von Zweitschriften niemals bezahlen werden. Alle diese Positionen gehören nicht zu den alltäglichen Geschäftsvorgängen eines Aktiendepots, weshalb der exakte Kostenvergleich kaum lohnt.

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Kosten, deren Vergleich wichtig sein könnte

vorlage_musterPortokosten sind ein Klassiker der Unkostenbeteiligung mit denen Banken die eigenen Kunden zur Aufwandsverringerung anleiten möchten. So berechnet beispielsweise die Comdirect eine Pauschale von 1,50 Euro für den monatlichen Briefversand des Finanzreports.

Deutlich teurer und leider schwer zu vergleichen ist der Zeitpunkt der Wertstellung eines Aktienverkaufs bzw. der Kursfeststellung bei Transaktionen in Auslandswährungen. Je später der Verkaufserlös gebucht wird, desto mehr Zinserlöse (sofern die Bank Zinsen vergütet) werden nicht realisiert. Trading-Spezialisten wie z.B. BANX Broker informieren Kunden darüber, dass zwischen Orderausführung und Buchung auf dem Referenzkonto 2 bis 3 Werktage vergehen können. Wer dann das eigene Konto überziehen muss um den nächsten Kauf auszuführen, sollte die anfallenden Kreditzinsen in den Kostenvergleich einbeziehen.

Hier verstecken sich Kosten:

  • Die Bank berechnet für den anfallenden Schriftverkehr Gebühren wie z.B. Portokosten
  • Keine Guthabenzinsen
  • Mindestkosten je Kauf bzw. Verkauf zzgl. Provision
  • Realtime Kurse nur gegen Aufpreis
  • Wertstellung bzw. Kursfeststellung bei Auslands-Transaktionen
  • Wertstellung von Aktienverkäufen erfolgt mit Verzögerung; ggf. vorhandene Unterdeckungen durch Reinvestments verursachen Kreditzinsen
  • Wichtige Extras wie Depotauszüge, Steuerbescheinigung oder Erträgnis-Aufstellung sind kostenpflichtig

Kosten, die sich nicht vergleichen lassen

Ähnlich problematisch und gar nicht mittels Preis- und Leistungsverzeichnis vergleichbar ist der Umgang mit Wechselkursen beim Wertpapierhandel an ausländischen Börsen. Sofern kein Fremdwährungskonto geführt wird, erfolgt zwingend eine Konvertierung in Euro auf Basis eines definierten Tagesreferenzkurses. Wie gut dieser Kurs ist, ist vorab nicht zu beurteilen.

Tipp: Wer häufiger Aktien- und Wertpapiere im nicht Euro-Währungsraum handelt, der sollte gezielt die Angebote von Depotbanken mit Fremdwährungskonten wie z.B. DAB Bank und Consorsbank vergleichen.

Finanzcheck

Beim Handel im nicht Euro-Währungsraum kann man mit einem Fremdwährungskonto Geld sparen

Wie wichtig sind die Kosten für die Depotauswahl?

Je geringer die Kosten, desto höher der Ertrag. So gesehen gibt es kaum etwas Wichtigeres als ein günstiges Depot. Allerdings ist ein Aktiendepot immer nur dann günstig, wenn es zu den eigenen Anlagegewohnheiten passt. Lassen Sie sich deshalb nicht von den Aktiendepot Kosten leiten, sondern prüfen Sie Schritt für Schritt was die Serviceleistungen kosten, die Sie selbst in jedem Fall benötigen.

Weitere Hinweise zu Onlinebrokern, Wertpapierdepots und Kosten finden Sie hier in unserem Aktiendepotvergleich oder in unseren Erfahrungsberichten, beispielsweise dem über unseren Testsieger DEGIRO.

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Bilderquellen: 

– statista.com – statistic_id176042_markenbewusstsein-vs-preisbewusstsein-bei-angeboten-von-banken-und-sparkassen-2014

© Denis Junker – Fotolia.com #46943225

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